Die spezifische Bodenmüdigkeit ist ein Problem, dem sich viele Baumschul-, Obst- und Gartenbaubetriebe stellen müssen. Das Ausweichen auf jungfräuliche Flächen, die thermische Bodenbehandlung oder die Biofumigation sind für viele Betriebe keine mögliche Lösung. Um weiter wirtschaftlich arbeiten zu können, hilft Einigen nur die genehmigungspflichtige chemische Bodenentseuchung. Doch wie lange soll das so gehen? Die Betriebe brauchen langfristig praktikable Lösungen und „Licht am Ende des Tunnels“. Von Seiten der Wissenschaft gibt es bisher nur Ansätze. Können original EM® an dieser Stelle in das Geschehen im Boden eingreifen? Wir sind uns sicher…

Ursachen der spezifischen Bodenmüdigkeit

Nach unseren Recherchen sind die genauen Ursachen der spezifischen Bodenmüdigkeit bisher weder wissenschaftlich genau belegt noch beschrieben. Die Ergebnisse aller neueren Untersuchungen weisen jedoch auf einen Ursachenkomplex hin, bei dem Mikroorganismen und (auch von ihnen produzierte) Toxine eine wesentliche Rolle spielen.

Für alle Leser ohne detailliertes Vorwissen: Die spezifische Bodenmüdigkeit äußert sich in erster Linie durch Kümmerwuchs bei wiederholter Nachpflanzung von Gewächsen der Gattung Rosaceae, zu denen mit weltweiter Verbreitung etwa 3.000 Arten von Zier- und Nutzpflanzen gehören – unter anderem Obstgehölze, Beerensträucher, Rosen und viele im Winter unbelaubte, aber auch belaubte Sträucher. Das Phänomen der spezifischen Bodenmüdigkeit ist also keinesfalls ein Problem von einzelnen Betrieben, sondern hat weltweite Bedeutung.
Die bisherige Definition fasst alle nicht durch pflanzen- und ackerbauliche Maßnahmen bzw. die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheitserregern zu behebenden Nachbauschäden als „spezifische Bodenmüdigkeit“ zusammen.

Das wurde bisher bei Untersuchungen festgestellt

Im Rahmen verschiedener Versuche wurde festgestellt, dass die Reste von Wurzeln der Vorkultur eine mögliche Ursache bei der Entstehung einer Bodenmüdigkeit spielen. Man ist mit den Forschungen bereits auf der mikrobiellen, kleinsten Ebene angekommen, denn viele Forscher vermuten, dass Mikroorganismen und ihre Stoffwechselprodukte im Wurzelraum der Kulturpflanzen relevant sind. Um welche Mikroorganismen und welche Stoffwechselprodukte es sich genau handelt, ist aber noch nicht klar. Klar ist, dass die aktuell wachsende Pflanze reagiert oder vielleicht besser: durch die Bodenverhältnisse „zu einer Reaktion gezwungen wird“, die sich in Wuchsdepressionen äußert.

Ein Erklärungsversuch für „spezifische Bodenmüdigkeit“ aus Sicht der EM®-Technologie

Die EM®-Technologie befasst sich übergreifend mit der Regulation und Wiederbelebung natürlicher mikrobiologischer Prozesse der Tier- und Pflanzenwelt; den Menschen inbegriffen. Viele Einsatzgebiete der EM®-Technologie beziehen sich auf Vorgänge, die nach Jahren der Praktizierung plötzlich oder schleichend zu schlechteren Ergebnissen führen. Mittels EM®-Technologie können diese Entwicklungen wieder verbessert bis vollständig reversibel werden, sofern ein mikrobieller Zusammenhang besteht.

In Bezug auf die spezifische Bodenmüdigkeit: Rosaceae-Gewächse sind natürlicherweise viele Jahre an einem Standort beheimatet, würde man sie lassen. Die Natur sieht es nicht vor, dass sie in kurzen Abständen immer wieder in demselben Boden wachsen / auf derselben Fläche kultiviert werden.
Die aktuelle Pflanze macht den Boden unwirtlich für dieselbe Art, weil der Boden offenbar aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, dieselbe Art nochmals „zu beherbergen“. So erklärt sich auch, dass beispielsweise der Nachbau „Apfel nach Apfel“ sehr schwierig ist, „Pflaume nach Apfel“ schon einfacher gelingt. Von der aktuell wachsenden Kultur werden Stoffe in den Boden abgegeben, die es derselben Art schwer bis unmöglich machen, am selben Standort wachsen zu können. Die spezifische Bodenmüdigkeit kann daher als folgerichtige Entwicklung der Natur auf das nicht natürliche Standortwachstum der Rosaceae-Gewächse gesehen werden.

Diesen natürlichen Mechanismen können wir an dieser Stelle völlig wertfrei begegnen, denn wir haben mit EM® das Handwerkszeug, um für diese Gewächse wieder naturidentische Bodenverhältnisse zu schaffen.

Mit welchen Vorteilen punktet EM® bei spezifischer Bodenmüdigkeit?

Effektive Mikroorganismen werden zur Vermeidung von Bodenmüdigkeit und auf bereits bodenmüden Flächen eingesetzt, um das Ausmaß von Wuchsdepressionen zu verringern und langfristig zur Regeneration des Bodens beizutragen.

Ihre Vorteile beruhen auf

  • der natürlichen Verdrängung schädlicher Mikroorganismen nach dem Dominanzprinzip (siehe hierzu auch die Erklärungen zur Wirkung der EM®)
  • dem Zersetzen toxischer Stoffe und Stoffwechselprodukte in seine Einzelteile
  • der Produktion antioxidativ wirkender Stoffwechselprodukte, die zum Schutz der Wurzelzellen beitragen
  • der aktiven Förderung von Mykorrhiza und somit der Versorgung der Kulturpflanze
  • dem schnellen Abbau toter organischer Substanz (z. B. Wurzelreste der Vorkultur!) in wiederum pflanzenverfügbare Nährstoffe
  • der Förderung positiver tierischer wie mikrobieller Bodenbewohner
  • der vollständig unbedenklichen Anwendung für Boden, Grundwasser, technisches Gerät und natürlich den Anwender selbst
  • der einfachen Anwendung natürlicher und biologischer Produkte mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung

Das müssen Sie wissen, denn darum geht es: EM® ist keine Maßnahme, die einmalig durchgeführt, eine bedeutende Verbesserung herbeiführen wird. Die Anwendung der EM®-Technologie zielt auf die dauerhafte Überwindung der Bodenmüdigkeit ab, die zu einer wirtschaftlichen Absicherung des Betriebes führt.

Die EM®-Maßnahmen auf bodenmüden Flächen

Die nachfolgenden Empfehlungen sind Standardempfehlungen und bedürfen je nach Kultur, Standort und Ausprägung der Bodenmüdigkeit möglicherweise einer Anpassung.

EMIKO® SoilCare (flüssiger Bodenverbesserer):

  • Jährlich werden pro ha etwa 300 l + mind. 900 l Wasser, verteilt auf mind. zwei Gaben über die Vegetationsperiode, ausgebracht.
  • Nach vier Jahren kann die Aufwandmenge ggf. auf die reguläre Mindestmenge gesenkt werden: jährlich pro ha etwa 200 l + mind. 600 l Wasser, verteilt auf mind. zwei Gaben über die Vegetationsperiode

EMIKO® SoilCare PLUS (pelletierter NPK-Dünger 6+2+3 mit u. a. original EM®):

  • Jährlich werden 500 kg / ha, verteilt auf eine oder zwei Gaben, ausgebracht.
  • Nach vier Jahren kann ggf. auf die reguläre Mindestmenge von etwa 250 kg / ha und Jahr gesenkt werden.

Es geht hier um die Menge an EM®, die dem Boden zugeführt werden muss! Daher unbedingt mit EMIKO® SoilCare ergänzen, sofern die Düngung der Kulturen anderweitig ausgelegt wird.

EM Effektive Mikroorganismen® wirken und vermehren sich im Boden am besten, wenn sie ausreichend „Futter“ in Form organischer Substanz vorfinden. Bemessen Sie organische Dünger daher entsprechend, ggf. auch in zuvor mit EM® aufgewerteter Form. Welche Möglichkeiten hier zur Verfügung stehen, haben wir Ihnen im Beitrag „EM®-Anwendungen im Garten- und Landschaftsbau“ beschrieben. Möglicherweise sind für Ihren Betrieb auch die dort genannten EMIKO®-Produkte „Bokashi“ und/oder das EMIKO® UrgesteinsMehl interessant. Bei Fragen nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Tipp: Scheuen Sie sich nicht, selbst kleine Versuche mit wenigen Pflanzen oder auf abgesteckten Bereichen durchzuführen, um die Wirkung der effektiven Mikroorganismen für Ihren Betrieb zu bestätigen. Beachten Sie dabei, dass die Bodenmüdigkeit über Jahre bis Jahrzehnte entstanden ist und die EM Effektive Mikroorganismen® Zeit brauchen, bis positive Ergebnisse sichtbar werden. Bei konsequenter Anwendung der EM®-Technologie werden bereits im ersten Vegetationsverlauf bzw. bei vergleichenden Topfkulturen Verbesserungen zu beobachten sein.

Weitere Forschungen zur Ursache und Überwindung der Bodenmüdigkeit werden Aufschluss geben

Bisherige Untersuchungen zur Wirkung positiver Bakterien bei spezifischer Bodenmüdigkeit beschränken sich in erster Linie auf separierte Bakterienstämme. Die Ergebnisse weisen bisher aber leider nicht die erhofft positiven Auswirkungen auf Boden und Pflanzen auf, sodass sie für die Praxis tauglich wären. An dieser Stelle zeigt sich, dass die Wechselwirkung verschiedener Mikroorganismen untereinander und sich daraus ergebende synergetische Kräfte (wie bei EM®) in der Wissenschaft noch kaum Berücksichtigung finden. Sie sind schlicht schwer nachweisbar und standardisierbar, und es ist zum Teil auch noch nicht klar definiert, wonach gesucht werden oder was gemessen werden kann und muss.

Und obgleich EM® in wissenschaftlichen Untersuchungen bisher insgesamt eine untergeordnete Rolle spielen, zeigt die Praxis hervorragende und überzeugende Entwicklungen beim EM®-Einsatz auch auf bodenmüden Flächen.

Die EMIKO® wird an diesem Thema auch künftig dranbleiben und als eines der Gründungsmitglieder des „bio innovation park Rheinland“ an einem diesbezüglichen Arbeitskreis teilnehmen.

Fazit

Spezifische Bodenmüdigkeit ist weit verbreitet, stellt Baumschulen wie Obstbaubetriebe mitunter gar vor existenzielle Probleme und ist ursächlich nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Mikroorganismen und deren Stoffwechselprodukte, die sich bei wiederholtem Nachbau von Rosaceae-Gewächsen im Boden anreichern, werden als Ursache vermutet. Entsprechend ist es naheliegend, dass original EM® und die EM®-Produkte für den Boden bereits eine mittelfristige Verbesserung für alle Kulturen auf bodenmüden Standorten hervorrufen.
Für eine Überwindung der spezifischen Bodenmüdigkeit sollte die EM®-Anwendung regelmäßig durchgeführt und langfristig in die betriebliche Strategie integriert werden.