Zusammen mit anderen Bodenorganismen sorgt der Regenwurm für das „Recycling“ abgestorbener Pflanzenreste und tierischem Material zu wertvollem Humus. Der „Tag des Regenwurms“, der an jedem 15.02. eines Jahres gefeiert wird, ist für uns der Anlass, den Bodennützling und seine positiven Effekte auf landwirtschaftlich genutzte Böden genauer zu beschreiben. Eines vorweg: Ohne aktive Mikrobiologie im Boden bleibt er fern. Doch in dieser Hinsicht haben Sie mit original EM® ein wirkungsvolles Hilfsmittel an der Hand. Warum die Arbeit des Regenwurms so wertvoll ist, was ihn vertreibt und mittels welcher Maßnahmen er den Boden reich besiedelt, darum geht es in diesem Beitrag.

Alles will (vor)verdaut sein – warum der Regenwurm Mikroorganismen braucht:

Regenwürmer ernähren sie von pflanzlichen, zum Teil auch tierischen Abfallprodukten der Natur, die bereits mikrobiell vorzersetzt sind. Pflanzenteile, die noch nicht ausreichend zersetzt sind, ziehen sie in ihre Erdröhre, speicheln sie ein, benetzen sie mit Darmsekret und überlassen sie zunächst anderen Kleinstlebewesen und Mikroorganismen. Ohne Rotte durch Mikroorganismen gibt es also keine Nahrung für Regenwürmer.
In der Praxis erkennt man mikrobiell arme Böden z. B. an unverrotteten Ernteresten des Vorjahres.

Wurmhumus – so entsteht er, diese Nährstoffe enthält er, das bewirkt er:

Regenwürmer nehmen einerseits die Erde auf, durch die sie sich hindurch fressen, andererseits organisches Material, das sie in der Nähe ihres Erdlochs finden.

Über den Schlund des Wurmes gelangt die Nahrung zum Muskelmagen, einem kropfartig erweiterten Teil des Schlundes. Der Muskelmagen ist mit einer zähen Haut ausgekleidet, enthält Verdauungssaft produzierende Drüsen und harte, kleine Körner, durch die Sand und organisches Material zerrieben und gemischt werden. Der mit Verdauungssaft versetzte Nahrungsbrei wird anschließend im Darm verdaut und konzentriert. Für den Wurm Unverdauliches wird als weiche, klebrige Masse ausgeschieden, die besonders reich ist an organomineralischen Verbindungen, Pilzen und Mikroorganismen – als sogenannter Wurmhumus.

Dieser Wurmhumus enthält durchschnittlich siebenmal mehr Phosphat, elfmal mehr Kali und fünfmal mehr Stickstoff als die umgebende Erde. Er ist zudem feuchter und weniger sauer als der durchschnittliche Ackerboden. Pro Jahr kann bei einem guten Regenwurmbesatz etwa 1 t neuer Boden/ha in Form des Wurmhumus neu gebildet werden. Das bedeutet 1 mm Neuboden pro ha!

Die ausgeschiedenen Kothäufchen enthalten viele Ton-Humus-Komplexe, deren Anteil sich durch die grabende Tätigkeit des Regenwurms im Boden noch erhöht. Der Wurmhumus hat in Verbindung mit der mechanischen Bodenbearbeitung durch den Wurm die nachfolgend aufgeführten Auswirkungen.

Die Auswirkungen des Regenwurms auf Boden und Pflanzen

Durchmischung des Bodens
Für die Durchmischung des Bodens sorgen der tiefgrabende Tauwurm und der horizontalbohrende Wiesenwurm, die zu den zwei häufigsten Wurmarten im Boden von Acker- und Grünland gehören. Die Durchmischung von Regenwurmkot und Bodenmaterial führt zu stabilen Krümelaggregaten im Boden und verbessert so die Struktur des gesamten Bodenkörpers.

Nährstoffspeicherung & Nährstoffversorgung
Stabile Krümelaggregate und Ton-Humus-Komplexe verbessern die Nährstoffspeicherung im Boden. Sie verbessern somit auch die Wirksamkeit mineralischer Dünger, weil sie die Auswaschungsrate und folglich auch deren nötige Aufwandmenge beträchtlich reduzieren können.
Die Nährstoffversorgung der Pflanzen wird durch den wachsenden Humusanteil im Boden, die Nährstoffe im Wurmhumus an sich, die mikrobielle Aktivität (auch der pflanzenversorgenden Mykorrhizen!) und die rege Aktivität der gesamten Bodenlebewesen sichergestellt. Auch Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten werden in den Wurzelbereich transportiert.

Lockerung des Bodens
Die grabende Tätigkeit des Regenwurms lockert den Boden

  • fast das ganze Jahr hindurch – in wärmeren Lagen ist der Regenwurm auch in den Wintermonaten aktiv, in kälteren Lagen mindestens die gesamte Vegetationsdauer; wird der Boden zu kalt, fällt er in eine Winterstarre,
  • nachhaltig, weil der Boden durch seine Tätigkeit weniger zu (mechanisch hervorgerufenen) Verdichtungen neigt,
  • tiefgründig, weil er durchschnittlich bis zu 1,5 m tief gräbt und selbst verdichtete und staunasse Bereiche wieder durchlässiger macht.

Wasserspeicherung & Wasserversorgung
Der Regenwurm sorgt für mehr Humus im Boden. Humus bindet Wasser und gibt es bei Bedarf wieder ab wie ein Schwamm. Durch die Regenwurmgänge kann Wasser schnell in den Boden eindringen statt bei stärkeren Regenfällen Erosionen und Verschlämmungen zu verursachen. In regenwurmaktiven Böden geraten Pflanzen seltener unter Trockenstress.

Durchlüftung des Bodens
Die mechanische Bodenlockerung und die Regenwurmgänge an sich bewirken eine starke Vergrößerung des Porenvolumens im Boden. So gelangt mehr Sauerstoff in den Boden und „Abgase“ wieder hinaus.

Pflanzenwachstum & Pflanzengesundheit
Das Pflanzenwachstum wird durch die verfügbaren Nährstoffe aus dem Wurmhumus, die bessere Nährstoffspeicherung im Boden und die gute Nachlieferung aufgrund mikrobieller Aktivität sichergestellt. Das Wurzelwachstum wird gefördert, denn die mit nährstoffreichem Kot ausgekleideten Regenwurmgänge werden gerne von Pflanzenwurzeln genutzt. Sie können so bei guter Wasserversorgung leicht in tiefere Bodenschichten vordringen.

Pflanzen, die in einem lebendigen Boden wachsen und natürliche Nährstoffe aus organischem Material aufnehmen, sind robuster als hauptsächlich mineralisch versorgte Pflanzen. Der Boden ist der Darm der Pflanze! Der finanzielle Aufwand für Pflanzenschutz und Mineraldünger sinkt, die Qualität der erzeugten Feldfrüchte steigt.

Das vertreibt den Regenwurm

Hoher Mineraldünger-Einsatz
Mit mineralischen Düngern kann der Regenwurm nichts anfangen, denn sie liefern ihm keine Nahrung. Ein weiteres Problem: Mineraldünger unterliegen oft hohen Auswaschungsraten, wenn der Humusanteil im Boden gering ist. Das kann je nach Bodenbeschaffenheit zur schleichenden Versauerung des Bodens beitragen – Mineraldünger können also in doppelter Hinsicht schlecht sein für den Regenwurm.

Ätzende Gülle / Wirtschaftsdünger
Gülle und andere Wirtschaftsdünger können den Regenwurm beeinträchtigen bis abtöten. Falsch aufbereitete Wirtschaftsdünger können einen hohen Anteil Faulstoffe enthalten, die auf Pflanzen und Bodenlebewesen ätzend wirken. Die empfindliche Haut des Regenwurms wird geschädigt und er erstickt, weil er über seine Haut atmet.
Die Aufbereitung von Gülle durch EMIKO® DungCare, von Festmist mit EMIKO® SoilCare bzw. der Einsatz von EMIKO® StableCare bereits im Stall macht pflanzen- und bodenverträgliche Wirtschaftsdünger, die dem Regenwurm gutes „Futter“ liefern, statt ihm zu schaden.

Einsatz von Totalherbiziden
Studien, die die Unbedenklichkeit von Glyphosat für Regenwürmer unterstreichen, beziehen sich auf die letale Dosis des Wirkstoffs, die sich unter Laborbedingungen durch direkten Mittelkontakt ergeben. Wie ein österreichisches Forschungsteam der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien 2015 unter weitgehend realen Bedingungen herausfand, kann von „Unbedenklich“ allerdings nicht die Rede sein: Nimmt der Regenwurm durch Glyphosat abgestorbene Pflanzen auf, geht seine Aktivität bereits eine Woche nach der Spritzung stark zurück. Sechs Wochen nach der Spritzung war die Fortpflanzungsaktivität um 60 % reduziert.
Der regelmäßige Einsatz von Totalherbiziden auf Glyphosatbasis stört also nicht nur die Mikrobiologie des Bodens, sondern kann zu stark reduzierten Regenwurmpopulationen führen.

Die negativen Auswirkungen von anderen Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden auf den Regenwurm werden an dieser Stelle nicht weiter beleuchtet, denn entsprechende Maßnahmen sollten ohnehin nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Schaden zur Anwendung kommen. Auf die Anwendung von Totalherbiziden KANN in der Regel verzichtet werden.

Bodenverdichtungen
Der Regenwurm bevorzugt lockere Böden und meidet verdichtete Bereiche, sofern er kann. Doch auch durch dichte Bodenschichten gräbt er sich hindurch, aber nur, wenn Mikrobiologie und Organik im Boden stimmen. Langfristig löst er Verdichtungen so auf und stellt die Bodenstruktur wieder her.

Regenwürmer ansiedeln und im Boden halten – diese Maßnahmen wirken:

  1. Organisch düngen: Mindestens einmal im Jahr braucht der Boden organisches Material über Erntereste oder Gründüngung. Darüber hinaus ist die Versorgung des Bodens mit EM®-aufgewerteten Wirtschaftsdüngern sinnvoll.
    Wer in erster Linie auf natürliche, organische Düngung setzt, braucht keine Angst vor zu starkem Pflanzenwachstum durch temporär zu viele Nährstoffe haben! Ist der Boden lebendig und humusreich, werden die pflanzenverfügbaren Nährstoffe gespeichert und bei Bedarf aufgenommen.
  2. Mikrobiologie stärken: Nur, wenn der Boden mikrobiell aktiv ist, kann die nötige Vorverdauung organischer Substanz erfolgen, die anschließend dem Regenwurm als Nahrung dienen kann. Ohne Mikroorganismen im Boden also keine Regenwürmer!
    Mit EMIKO® SoilCare werden natürliche Mikroorganismen in den Boden gebracht, die alle vorhandenen Mikroorganismen ergänzen und das gesamte Milieu im Boden regenerativ lenken. Die Voraussetzung: Die Anwendung muss regelmäßig in bestimmter Menge erfolgen!

Noch ein Grund für EMIKO® SoilCare: Der Regenwurm ist ein Anzeiger für Schadstoffe im Boden. Ist er im Boden kaum zu finden, macht der konsequente EM®-Einsatz auch in dieser Hinsicht Sinn, denn die original effektiven Mikroorganismen sind dafür bekannt, durch ihren Stoffwechsel Schadstoffe in harmlose Verbindungen umzuwandeln.

Agrarindustrie statt Landwirtschaft – können wir wirklich so weitermachen?

Angesichts des fortwährenden Trends immer lebloser werdender Böden müssen wir uns diese Frage tatsächlich stellen – der Regenwurm bietet hierzu einen guten Anlass. Große Konzerne (z. B. der Pflanzenschutz-, Gentechnik- oder Düngemittelindustrie) schieben die Welternährungssituation vor und propagieren, dass ohne ihre Produkte die steigende Bevölkerung langfristig nicht satt zu kriegen ist.

Weil dem Regenwurm – und das auf der ganzen Welt – eine herausragende ökologische Bedeutung für die Bodenbildung und Aufbereitung organischer Substanz zukommt, ist er ein Garant für die Bodenfruchtbarkeit. Somit ist er maßgeblich an der Sicherung landwirtschaftlicher Erträge und folglich auch der menschlichen Ernährung beteiligt.

Viele Pflanzenschutz-, mineralische Dünge- und Bodenbearbeitungsmaßnahmen vertreiben den Regenwurm.
Welche Wege der Bewirtschaftung sind also nachhaltiger? Bitte bleiben sie kritisch und finden Sie einen ökologisch vertretbaren Weg für Ihren Betrieb! Mit Weitsicht, weil „pro Regenwurm“.

Fazit

Regenwürmer haben eine herausragende bodenbiologische Bedeutung für die Humusbildung und leisten dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Sie verbessern die Nährstoffversorgung aller Pflanzen, die Bodenstruktur, die Lockerung, das Wasserhaltevermögen und die Durchlüftung des Bodens.
Ihr Vorkommen und ihre Aktivität werden im Boden begrenzt durch eine geringe mikrobielle Aktivität, fehlende organische Substanz, hohe Mineraldüngergaben, Totalherbizide, falsch aufbereitete Wirtschaftsdünger oder starke Bodenverdichtungen.
EMIKO® SoilCare mit original EM® verbessert die Mikrobiologie im Boden und wirkt sich bei gleichzeitiger Versorgung des Bodens mit organischem Material förderlich auf die Regenwurmpopulation aus.

Wurmhumus