Geflügel im Freiland zu halten trifft bei Verbrauchern auf große Akzeptanz. Vor welchen Aufgaben die landwirtschaftliche Praxis dabei gestellt wird, ist hingegen wenigen bekannt. Eine regelmäßige EM®-Anwendung kann zum Beispiel Keimbelastungen senken oder das Stresslevel verringern. In diesem Beitrag beziehen wir uns neben den grundlegenden Vorteilen von EM® für Freiland-Geflügel auf konkrete Anwendungsgebiete in der Fütterung, Stall- und Auslaufhygiene und nennen begrenzende Faktoren.

Welche grundlegenden Vorteile hat der EM®-Einsatz für Freiland-Geflügel?

  • allgemeine Geruchsreduzierung der Tiere und ihrer Lebensbereiche durch Fäulnis-Stopp, was auch das Parasitenaufkommen reduziert
  • insgesamt niedrigere Keimbelastung; Keime werden an der Vermehrung gehindert, denn ihnen wird der mögliche Lebensraum entzogen, weil EM® die Fläche besetzen
  • Gefieder und Füße sind gepflegter
  • das EM®-Futter ist schmackhafter, die Tiere haben einen guten Appetit, die Futteraufnahme wird verbessert
  • das Wohlbefinden der Tiere wird verbessert und abgesichert
  • die Staubbelastung wird reduziert, was Tieren und betreuenden Personen zugutekommt
  • der Hygienestatus im Stall, im Außenbereich und der Tiere selbst wird verbessert
  • die Stresstoleranz der Tiere steigt, Verhaltensauffälligkeiten werden weniger, die Tiere sind insgesamt ruhiger

Welche EM®-Produkte kommen zur Anwendung?

Für die Geflügelhaltung mit Freilauffläche(n) kommen in erster Linie das flüssige Bio-Ergänzungsfuttermittel und der StallReiniger zum Einsatz, die beide übergreifend für alle Geflügelarten und Nutztiere angewendet werden.

Im Außenbereich wird ergänzend mit dem EMIKO® BodenAktivator gearbeitet, weil sich hier die spezielle Mischung der EM® zur Milieusteuerung auf Pflanzen, für Bodenlebewesen und das Erdreich und folglich den Lebensbereich des Geflügels bewährt hat.

Nicht bereits im Stall durch den StallReiniger aufgewerteter Mist kann nachträglich mit EMIKO® GülleZusatz fermentiert werden.

EM®-Technologie für die Fütterung und Wasserversorgung

Die größten Vorteile, das flüssige Ergänzungsfuttermittel für Nutztiere einzusetzen, ergeben sich aus der offenbar besseren Schmackhaftigkeit, der damit einhergehend sicheren bis höheren Futteraufnahme und den in der Praxis vielfach bestätigten guten Leistungen der Tiere.

Die Grunddosierung beläuft sich auf 4 Liter / Tonne Futter. Zu den Möglichkeiten der Dosierung für verschiedene Futter-Systeme lesen Sie bitte unseren speziellen Beitrag Fütterung: Dosiermöglichkeiten des EMIKO® Bio Ergänzungsfuttermittel für Nutztiere.

In Stresssituationen, in Zeiten erhöhter Stoffwechseltätigkeit, vor, während und eine Zeitlang nach Futterumstellungen, bei extremen Witterungsbedingungen oder bei Krankheiten kann die Dosierung erhöht werden.

Ergänzend kann auch das Wasser mittels EM®-Technologie aufgewertet werden. Vorteilhaft könnte die bessere Zellverfügbarkeit des Wassers sein, wenn es zuvor mit EM-X® Keramikpipes aufgewertet wurde.

Das trifft insbesondere auf Leitungswasser zu, deren Moleküle sich durch den Druck zu großen Clustern zusammenschließen. Keramikpipes lösen diese Cluster wieder auf. Das Wasser wird dadurch geschmacklich besser und kann im Körper auch besser genutzt werden. Voraussetzung für den Einsatz der Pipes ist ein Wassertank, in dem sie befestigt werden können – am besten am Wasserzufluss. Monatlich sollten sie zum Reinigen für ca. 10 Minuten abgekocht werden.

Stallreinigung und Stallhygiene mit EM®

Der regelmäßige EM®-Einsatz im Stall führt zu einer Ansiedlung positiver Mikroorganismen,

  • die den Stall sichtbar sauberer halten,
  • Staub reduzieren,
  • Fäulnisprozesse unterbinden (die zu unangenehmen Gerüchen führen),
  • die Keimbelastung senken,
  • den Fliegen- und Parasitendruck mindern,
  • die Entwicklung aggressiver Abbauprodukte in der Einstreu verhindern und
  • sich somit auch pflegend auf Gefieder und Füße auswirken.

Die Anwendung erfolgt bei der Intensiv-Reinigung vor dem Einstallen ebenso wie regelmäßig im belegten Stall.

Grundlegende Tipps und Vorgehensweisen zur Erstreinigung und Reinigungsmaßnahmen zwischen einzelnen Stallbelegungen übernehmen Sie bitte aus dem Beitrag Schweineställe reinigen und neubesiedeln mit EM®. Dort beschreiben wir einzelne Reinigungsschritte und geben Infos zu den Vorteilen einer biologischen Reinigung und Erregerkontrolle.

Beim regelmäßigen Aussprühen des Stalles, das mindestens 1x pro Woche erfolgen sollte, können die Tiere mit besprüht werden. Die Aufwandmenge pro 100 m² Stallfläche (Einstreu, Wände, Futter- und Wasserspender, …) beträgt 2 Liter EMIKO® StallReiniger, der 1:10 mit Wasser verdünnt versprüht wird.

Die Vorteile auf das Gefieder und die Fußballengesundheit entnehmen Sie im Detail bitte den Beiträgen Mastgeflügel: Fußballengesundheit mit original EM® beeinflussen und Legehennen: Vorteile von original EM® im Stall, für Haut und Gefieder.

Die genannten Effekte der EM®-Anwendungen können auch auf Geflügel übertragen werden, das Freiland-Auslauf hat.

Auf Auslaufflächen Keime und Gerüche reduzieren

Speziell kahle und stark frequentierte Flächen in Stallnähe sollten, wie das Stallinnere, wöchentlich mit EM® besprüht werden, um den Keimdruck zu reduzieren, das Wohlbefinden der Tiere zu sichern und die Attraktivität z. B. für Schadnager zu senken.

Im Außenbereich, sowohl für die stallnahen Flächen (gewachsener Boden oder künstlich geschaffene Bereiche z. B. zum Scharren und Sandbaden) als auch für entfernte, bewachsene Bereiche, kommt der BodenAktivator mit 5 Litern / 1.000 m² zum Einsatz. Je nach Größe der Fläche wird mit einer kleinen Anhängespritze oder einer Rückenspritze beim Kontrollgang gearbeitet. Letztere empfiehlt sich insbesondere für verwinkelte Bereiche.

Die Anwendung im Außenbereich sollte jedoch auch der Witterung angepasst durchgeführt werden. Aufgrund der guten Bedingungen für Keime sollte beispielsweise bei feucht-warmem Wetter eher 2x pro Woche gesprüht werden.

Alle Bereiche des Stalles von außen, Türen, Sitzstangen, Stiegen usw. werden, wie im vorangehenden Abschnitt beschrieben, mit dem StallReiniger besprüht.

Welche begrenzenden Faktoren sind bei der Freilandhaltung von Geflügel zu beachten?

Begrenzende Faktoren für den EM®-Einsatz im Außenbereich sind Minusgrade und anhaltende Temperaturen unter 5° Celsius. Erst oberhalb von 5° C überleben die EM® und Anwendungen sind wirksam.

Weiterhin sollten Anwendungen im Außenbereich nur bei bedecktem Himmel stattfinden und in den Sommermonaten auf die Abendstunden verlegt werden. Unmittelbare Sonneneinstrahlung schädigt die EM® durch UV-Strahlung und Austrocknen, bevor sie in schützendes und nährendes organisches Material eindringen können.

Der zeitgleiche Einsatz chemischer oder desinfizierender Mittel ist kontraproduktiv.

Gibt es bei den verschiedenen Geflügel-Arten abweichende Empfehlungen?

Die genannten Empfehlungen können auf alle Geflügelarten übertragen werden. Die Effekte können je nach Empfindlichkeit, aktueller Konstitution und Phlegma der Tiere allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt sein und auch zeitlich schneller oder erst längerfristig wirksam wahrgenommen / messbar werden.

Bei jeglicher Erfolgskontrolle und Ausrichtung der EM®-Maßnahmen müssen auch die Bedingungen im Stall und auf den Freilaufflächen mit einbezogen werden. Das bedeutet, bei sehr guten Bedingungen können empfohlene Dosierungen nach etwa drei Monaten kontrolliert etwas niedriger angesetzt werden. Bei widrigen Bedingungen müssen Dosierungen allerdings höher angesetzt werden.

Fazit

EM®-Produkte für Freilandgeflügel einzusetzen, sichert das Wohlbefinden der Tiere und ihre entsprechend guten Leistungen. Die Vorteile zeigen sich insbesondere beim Betrachten des hygienischen Status: Der Keimdruck kann reduziert werden, Parasiten werden seltener zum Problem und vom Stall und den Tieren selbst gehen bereits nach kurzer Zeit weniger unangenehme Gerüche aus. Bei konsequenter Anwendung hat die Praxis gezeigt, dass die anfänglichen Mehraufwendungen durch Arbeits- und Produkteinsatz bereits nach kurzer Zeit durch mehr Tierwohl kompensiert werden und sich zunehmend positiv auf das Betriebsergebnis auswirken können.

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