Das Grünland bietet als Grundfutterlieferant gute Möglichkeiten, an anderer Stelle in der Fütterung sparen zu können – zum Beispiel am Kraftfutter. Die Kriterien für die Beurteilung als „gutes Grünland“ sind zwar vielfältig, haben ihren Ursprung jedoch fast alle im Boden: die Wasserführung, das Nährstoffhaltevermögen und die -nachlieferung, die Narbe und Pflanzengemeinschaft, die Befahrbarkeit und Trittsicherheit sind nur einige Kennzeichen, die mit original EM® beeinflusst werden können. Bei regelmäßiger Anwendung entwickeln sich Grünlandflächen, die weniger Pflege bedürfen und gleichzeitig stabiler und ertragreicher werden.

Robuste und artenreiche Wiesen und Weiden mit EM®

Durch den Einsatz von EM® als Bodenhilfsstoff EMIKO® SoilCare oder über EM®-aufgewertete Wirtschaftsdünger verbessern sich die Lebensbedingungen aller Pflanzen. Es entstehen weniger „Nischen“, in denen sich nur spezialisierte Pflanzen wohlfühlen. Die Voraussetzungen für einen artenreichen Aufwuchs ohne Unkräuter und Ungräser werden gelegt

Egal ob lehmig oder sandig, effektive Mikroorganismen verbessern alle Arten von Böden. Sie ergänzen die bereits im Boden befindlichen Mikroorganismen und aktivieren das Bodenleben. Die Nährstoffversorgung aller Pflanzen wird verbessert und Bodenverdichtungen werden vermieden bzw. langfristig aufgelöst. Die Durchlüftung des Bodens und sein Wasserhaltevermögen verbessern sich. Gleichzeitig erhöht sich die Trittfestigkeit, und die Neigung zu Staunässe nimmt ab.

EM®-Pflegemaßnahmen für Grünland bei Schnitt- und/oder Weidenutzung

Grundsätzlich werden für Grünland jährlich zwei EM®-Gaben empfohlen, die üblicherweise mit Düngemaßnahmen kombiniert werden – eine Gabe zu Vegetationsbeginn und eine Gabe in der zweiten Vegetationshälfte.

Viehhaltende Betriebe nutzen zu Vegetationsbeginn und auch während der Vegetation nach Schnitt- oder Weidenutzung die mit EM® aufgewertete Gülle. So kommen sie je nach Nutzungsintensität sogar auf bis zu vier EM®-Gaben pro Jahr, wodurch die in Summe nötigen EM® pro ha und Jahr in den Boden gelangen.
Für schwierige Standorte (z.B. sandige Böden, zu Staunässe neigende Böden) sollten der Gülle zu Vegetationsbeginn und zur Mitte der Vegetation vor dem Ausbringen zusätzlich 50l EMIKO® SoilCare pro ha beigemischt werden. Diese Maßnahme ist fortzuführen, bis sich der Boden spürbar regeneriert hat.

Betriebe mit Mist bringen diesen zum Ende des Winters aus. Wurde der Mist mit EM® aufgewertet, ersetzt er die EM®-Gabe zu Vegetationsbeginn. Auch hier gilt die Empfehlung für eine zusätzliche Gabe von 50l EMIKO® SoilCare pro ha für problematische Standorte. Diese sollte jedoch erst bei frostfreier Witterung zusammen mit mind. 150l Wasser pro ha ausgebracht werden.
Wird Mist genutzt, der nicht mit EM® aufgewertet wurde, gelten dieselben Empfehlungen wie für Betriebe ohne Wirtschaftsdünger.

Bitte beachten: Durch den hohen Aufschlussgrad von EM®-Gülle bzw. EM®-Mist kann die Ausbringmenge pro ha in der Regel etwas niedriger angesetzt werden als für den Standort üblich.

Betriebe, die ihr Grünland in erster Linie mineralisch düngen, setzen die Empfehlungen zur EM®-Gabe um, die auch für Ackerland Anwendung finden:
Zu Beginn und etwa zur Mitte der Vegetation werden jeweils 50l EMIKO® SoilCare mit mindestens 150l Wasser pro ha ausgebracht. Im ersten Jahr der EM®-Nutzung und für problematische Standorte werden 150l EMIKO® SoilCare mit mindestens 450l Wasser pro ha ausgebracht.

Werden die original EM® nicht in Form von aufgewerteter Gülle oder aufgewertetem Mist, sondern als EMIKO® SoilCare-Wasser-Gemisch ausgebracht, sollte dies bei feuchter Witterung bzw. zum Abend erfolgen, wenn die Nachtfeuchte dafür sorgen kann, dass die Mikroorganismen bis in den Boden gelangen.

Organische Dünger sind „Futter“ für‘s Bodenleben

Die Nährstoffe für das Grünland sollten bei viehhaltenden Betrieben vorrangig aus der Tierhaltung kommen. Die bestmögliche Nährstoffverwertung des organischen Wirtschaftsdüngers Gülle hat gleichzeitig hohen Einfluss darauf, wie wirtschaftlich das Grünland geführt werden kann. Auch Mist, der eine gute Vorrotte hinter sich hat, kann ähnliche Ergebnisse liefern, weil er – im Vergleich zur Gülle – langfristig eine noch bessere Humuswirkung hat.
Fehlt die Organik im Boden und mit ihr ein reges Bodenleben, unterliegen mineralische Dünger auch im Grünland der Gefahr starker Auswaschung.

Gülle:
Mit EM® aufgewertete Gülle weist eine höhere Nährstoffdichte bei gleichzeitig sehr guter Pflanzenverträglichkeit auf. Durch fermentative Prozesse entstehen kaum gasförmige Verluste oder ätzende Stoffe. Der Nährstoffaufschluss beginnt bereits in der Gülle, wodurch den Pflanzen ein hoher Anteil verfügbarere Nährstoffe zu Verfügung steht.
Beispiel Nitrat: Durch die Fermentation mit EM® wird Nitrat bereits mikrobiell zu Aminosäuren aufgebaut, ist in der Organik gebunden und daher nicht der Auswaschung unterlegen.
Zum Thema Aminosäuren-Düngung lesen Sie auch unseren Beitrag „Stickstoffversorgung mit original EM® verbessern“.

Mist:
Mist erhält durch die Fermentation und Rotte mit EM® eine viel bessere Eignung für Grünland:

  • er „verschwindet“ schneller von der Bodenoberfläche, denn er wird von allen Bodenorganismen als sehr gute Nahrung erkannt
  • höhere N-Wirkung bereits im ersten Jahr durch hohen Nährstoffaufschluss und schnellere Verstoffwechselung durch Bodenorganismen
  • schnellere Humuswirkung als herkömmlicher Mist, weil ohne Fäulnis, mikrobiell und enzymatisch aktiv sowie höherer Anteil Nährstoffe für Bodenorganismen

Wie Wirtschaftsdünger korrekt vor oder bei der Ausbringung mit EM® aufgewertet werden, lesen Sie in unseren Beitrag „Humusaufbau mit EM®.

EM®-Auswirkungen auf mechanische Pflegemaßnahmen von Wiesen und Weiden

Um die Voraussetzung für gutes Wachstum zu schaffen, kommen im Frühjahr – je nach Fläche – Walzen, Schleppen oder Striegel zum Einsatz. Gelegentlich muss die Entscheidung zu Nachsaat oder Neuansaat getroffen werden. Bei konsequentem EM®-Einsatz in Form von

kann es zu folgenden Veränderungen im Boden und beim Aufwuchs kommen, die für mechanische Pflegemaßnahmen berücksichtigt werden sollten:

  1. Durch aktiveres Bodenleben erhöht sich langfristig die Temperatur des Bodens. Das bedeutet im Herbst eine längere Vegetationszeit und im Frühjahr ein schneller beginnendes Wachstum.
    → Die Vegetation beginnt langfristig üblicherweise 1-2 Wochen früher als auf „nicht-EM®-Flächen“. Der Zeitpunkt für mechanische Maßnahmen ist daher anzupassen.
  2. Das Walzen zur Rückverfestigung der über Winter aufgefrorenen Grünlandnarbe wird nicht nur durch immer mildere Winter, sondern auch durch die höhere Bodentemperatur immer seltener nötig.
    → Der Boden wird geschont, weil er seltener befahren werden muss.
    → Bei reiner Schnittnutzung kann die Pflege mit einer Prismenwalze zum Nachahmen der Tritt- und Weidewirkung nach wie vor sinnvoll sein.
  3. EM® verbessert den Wasserhaushalt des Bodens. Staunasse Flächen werden zunehmend durchlässiger und Pflanzen auf trockenen Standorten werden besser mit Wasser versorgt.
    → Die Flächen sind früher befahrbar, ohne Verdichtungen zu verursachen oder Fahrspuren zu hinterlassen.
  4. EM® verbessert die Umsetzung organischer Substanz und den Humusaufbau. Böden mit hohen Lehm- und Tonanteilen werden feinkrümelig, sandige Böden gewinnen an Struktur.
    → Das Schleppen verläuft sehr wirkungsvoll, denn der feinkrümelige Boden kann Unebenheiten sehr gut schließen; kein „Verschmieren“ oder Zurückbleiben größerer Erdkluten.
    → EM®-Mist wird durch das Schleppen nochmal sehr gut verteilt, zerkleinert, nah an den Boden gebracht und „verschwindet“ noch schneller als ohnehin schon
  5. EM® fördert die natürliche Balance der Pflanzen untereinander. Verfilzte Narben kommen kaum vor. Der Boden ist gut durchlüftet.
    Striegeln ist kaum noch notwendig. Weder zum Belüften der Grasnarbe noch zum Entfernen von Gülleschleiern durch die gute Fließfähigkeit und Pflanzenverträglichkeit der EM®-Gülle.

Kostspielige Pflegemaßnahmen, zu denen die Nach-, Reparatur- oder Neuansaat gehören, werden bei konsequenter EM®-Nutzung viel seltener nötig. Durch intaktes Bodenleben werden bestehende Pflanzengemeinschaften gestärkt. Unkräuter haben kaum eine Chance auf Ausbreitung.

Fazit

Die Grünlandpflege mit original EM® stärkt den Boden, der die Grundlage für eine ertragreiche Schnittnutzung und gutes Weideland schafft. Die Anwendung wird üblicherweise mit Düngemaßnahmen kombiniert, sodass kaum zusätzliche Arbeitsschritte nötig werden. Einige Pflegemaßnahmen können durch konsequente EM®-Anwendung sogar entfallen. Rentabel wird EM® im Grünland auch durch höhere Erträge, stabile Pflanzengemeinschaften, sehr gute Befahrbarkeit und Trittfestigkeit sowie sichtlich besseres Bodenleben (Spatenprobe machen!). Die bessere Wirkung und Pflanzenverträglichkeit original EM®-aufgewerteter Wirtschaftsdünger überzeugen auch auf dem Grünland.

Grünland