Befasst man sich mit dem Thema EM, weiß man früher oder später, dass es neben den konzentrierten Fertigprodukten für spezifische Anwendungsgebiete auch die Möglichkeit gibt, EM – „EMa“ oder „EM aktiv“ genannt – für den Eigenbedarf zu vermehren. EMa ist zwar auf den ersten Blick deutlich günstiger als Fertigprodukte, doch EMa ist – rechtlich als Bodenhilfsstoff einzugliedern – im Betrieb nur sehr eingeschränkt nutzbar. Warum die fertigen EM-Konzentrate demzufolge unterm Strich doch günstiger sind, gegenüber EMa weitere Vorteile haben und warum die Wirksamkeit von EMa ganz oft nicht ausreicht, darum geht es in diesem Beitrag.

EMa verbessert den Boden – Anwendungsmöglichkeiten stark eingeschränkt!

Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften ist die Verwendung von EMa auf dem Betrieb nur sehr eingeschränkt möglich: für den Boden. EMa ist die Aufvermehrung des Bodenhilfsstoffes EM·1, folglich ebenfalls ein Bodenhilfsstoff und nur als solcher zu verwenden.

Dass viele Betriebsleiter EMa auch für andere Anwendungsbereiche wie zum Silieren, Aussprühen der Ställe oder sogar in der Fütterung verwenden, rührt aus den Anfängen der EM-Nutzung. Vor etwa 25 Jahren, als die ersten Landwirte in Deutschland begannen, EM auf ihren Betrieben einzusetzen, gab es weder derart umfangreiche gesetzliche Vorschriften, Nachweispflichten und Kontrollen, noch war die Nutzung der wenigen verfügbaren EM-Produkte gesetzlichen Reglements untergeordnet.
Die Anwendung von EMa, über seine ursprüngliche Bestimmung hinaus, hat sich durch ältere Bücher, Broschüren oder Informationen im Internet bis in die heutige Zeit gehalten. Aus gesetzlicher Sicht kommt sie inzwischen nicht mehr in Frage, liegt aber natürlich im Ermessen jedes einzelnen Betriebsleiters.

Als Hersteller sehen wir unsere Pflicht darin, unsere Kunden bestmöglich zu informieren und sie vor Fehlern in der EM-Anwendung zu bewahren, damit der gemeinsame Erfolg von EM in der Landwirtschaft gesichert ist. Sollten Sie EMa vermehren, verwenden Sie es daher bitte bestimmungsgemäß nur für Pflanzen und Boden.

Ist EMa wirklich billiger? Eine Erfahrung aus der Praxis:

Stefan und Sabine L.* entschieden sich vor etwa 15 Jahren für die Integration der EM-Technologie auf ihrem Milchviehbetrieb. Damals war es noch üblich, für alle Anwendungen selbst EMa zu vermehren. Anfangs lief alles sehr gut und die Tiere reagierten merklich positiv auf EM, was sich natürlich auch monetär auswirkte.
Über die Jahre verlor sich jedoch der positive EM-Effekt. Stefan und Sabine machten trotzdem weiter, stellten ihr eigenes EMa her und wendeten es analog der Empfehlungen für mittlerweile verfügbare EM-Fertigprodukte an. EM wurde jedoch immer mehr als „Arbeit“ empfunden, weil es keine sichtbaren Erfolge mehr gab. Der Gedanke, mit EM aufzuhören, war da.

Durch die EMIKO-Beratung vor Ort konnte das Problem jedoch aufgedeckt und gelöst werden.

Das war passiert:

  1. Die Reinigung und Desinfektion der Fermenter wurde nicht nach den aktuellen Empfehlungen durchgeführt – ein sehr verbreiteter Fehler, denn viele denken, die positiven EM könnten sich in der Kürze der Fermentationszeit gegenüber negativen Keimen im Fermenter oder in Aufbewahrungsbehältern durchsetzen. Vor jeder Nutzung müssen jedoch der Fermenter und alle Aufbewahrungsbehälter gereinigt und desinfiziert werden, damit sich nur die gewünschten positiven EM vermehren!
    Das auf dem Betrieb hergestellte EMa wies kaum noch positive Mikroorganismen auf, wie eine laboranalytische Untersuchung zeigte.
  2. Zur Kontrolle des fertigen EMa kamen die üblichen sensorischen Parameter zur Anwendung: Geruch, Farbe, pH-Wert. Alle drei deuteten nicht darauf hin, dass das EMa nicht gelungen sein könnte. Dies zeigt uns, dass die sensorischen Maßnahmen zur eigenen Qualitätsprüfung nur einen Anhaltspunkt geben können, aber nicht voll aussagekräftig sind! Nur die Laboranalyse kann echte Ergebnisse liefern.
  3. Das hergestellte EMa wurde mengenmäßig angewendet, wie ein dem Einsatzgebiet entsprechendes konzentriertes EM-Fertigprodukt. Dass EMa häufig eine viel geringere Dichte an Mikroorganismen aufweist als die Fertigprodukte, zeigen die beiden Vergleichsbilder unter diesem Beitrag. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, hätte also deutlich mehr EMa angewendet werden müssen.

Addiert man die fehlende Wirkung zu der Arbeit, die eine regelmäßige Fermentation von EMa macht, war die EM-Anwendung auf dem Betrieb zu purem Luxus ohne Mehrwert geworden. Stefan und Sabine L. haben sich nun auch aus rechtlicher Sicherheit für die Anwendung der EM-Fertigprodukte entschieden, die durch ihre konzentrierte Wirksamkeit sogar günstiger sind.

Vorteile der EM-Fertigprodukte: konzentriert, wirksamer, rechtlich sicher und billiger

Vorteile gegenüber EMa:

  • Arbeitszeit, Equipment, Fermentations- und Anwendungs-Know-How, Lagermöglichkeit usw. für EMa entfallen
  • höherer Anteil an EM-Mikroorganismen (siehe Bilder unten), daher wirksamer → es sind Konzentrate!

Grundsätzliche Vorteile der EM-Fertigprodukte:

  • werden laboranalytisch geprüft, bevor sie in den Verkauf gehen (von der EMRO, der „EM Research Organisation“, und einem akkreditierten Lebensmittel-Labor)
  • zertifizierte Qualitätssicherung (HACCP, GMP+, biozertifiziert)
  • Produktion nach Lebensmittelstandard
  • Qualität ist festgelegt und messbar
  • klare Produkthaftung
  • Anwendung ist rechtlich sicher
  • Anwendungsempfehlungen und Erklärung des Produktes auf der Verpackung, diversen Broschüren oder bei Bedarf in einer individuellen Vor-Ort-Beratung
  • auf das Anwendungsgebiet abgestimmte Zusammensetzung der Mikroorganismen und weiteren Zutaten

Alle Qualitätssicherungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass jeder EM-Anwender ein einwandfreies und qualitativ hochwertiges Produkt bekommt, dessen Wirkung bei sachgerechter Anwendung so eintritt, wie erwartet.

Vorsicht vor nachgemachten Produkten!

Wer ein EM-Produkt kauft und einsetzt, hat eine Vorstellung, wie es wirken wird. Diese Vorstellung basiert auf einer Summe von (über Bücher, Erzählungen oder im Internet) verbreiteten Erfahrungen, die sich dank der Popularität der original EM-Produkte auch auf Grundlage von original EM-Anwendungen entwickelt hat.

Weil die Wortkombination „effektive Mikroorganismen“ nicht als Marke geschützt werden kann, da es Worte des normalen Sprachgebrauchs sind, kann sich jeder, der ein EM-Produkt nachmachen möchte, dieser Worte für sein Produkt bedienen. Auf diese Weise suggeriert er dem Verbraucher eine entsprechende Wirkung seines Produktes.

Die Symbiose und das Zusammenwirken der einzelnen Mikroorganismen-Arten in EM macht seine besondere Kraft aus. Dies ist von Dr. Higa in langen Jahren der Forschung entwickelt worden. In nachgemachten Produkten ist die Mischung von Mikroorganismen jedoch häufig unausgewogen und weitaus geringer, sodass dieses Zusammenwirken nicht stattfinden kann. Die erwartete (original) EM-Wirkung bleibt aus. Aus Kosten- und Wirkungsgründen sollten Sie daher darauf achten, ein original EM-Produkt zu erwerben.

Sehen Sie dazu auch das Video „Why EMRO´s EM“ zu diesem Thema.

Fazit

EMa darf aus rechtlicher Sicht im landwirtschaftlichen Betrieb nur für Boden und Pflanzen eingesetzt werden. Aus der Historie heraus wird es in landwirtschaftlichen Betrieben jedoch immer noch auch für andere Bereiche verwendet – in Eigenverantwortung und ohne Produkthaftung seitens der EMIKO.
Die Qualität von EMa ist im Vergleich zu den zertifizierten und kontrollierten EM-Fertigprodukten nicht ausreichend selbst zu bestimmen. Der zusätzliche Arbeitsaufwand für die Fermentation, höhere Aufwandmengen und unklare Qualitäten sind weitere Argumente für die konzentrierten EM-Fertigprodukte, die sich bei aller Berücksichtigung ihrer weiteren Vorteile finanziell schneller und deutlicher auf das Betriebsergebnis auswirken.

*Namen wurden aus Datenschutzgründen geändert.

In der Probe des EMa von Stefan und Sabine L.* waren kaum noch Mikroben zu finden.

In der Probe von EMIKO®-Produkten (wie beispielsweise hier im Bild EMIKO® BodenAktivator) ist der Besatz von verschiedenen Mikroben deutlich größer.

Print Friendly, PDF & Email