EM-Anwendungen sind bereits kurzfristig sehr wirksam, wenn es um akute Zustände geht. Die Ziele der üblichen EM-Einsatzgebiete sind in der Regel jedoch auf langfristige, nachhaltige Erfolge und Zustandsverbesserungen ausgelegt. In diesem Beitrag geht es um solch einen Langzeiterfolg. Nämlich darum, dass Pflanzenschutzmaßnahmen ganz automatisch seltener zur Anwendung kommen müssen, wenn man kontinuierlich mit EM arbeitet – im Acker-, Gemüse-, Obst- oder Weinbau. Dabei spielen funktionierende natürliche Kreisläufe die Hauptrolle, denn sie sind auf lange Sicht stets günstiger und effektiver in ihrer Funktion als von Menschenhand gesteuerte…

Kaum Schnecken, weil Fäulnis fehlt und Nützlinge die Population reduzieren

Schnecken haben in der Natur die Aufgabe, im Abbau befindliche organische Substanz (pflanzlichen oder tierischen Ursprungs) schnell dem natürlichen Kreislauf von Auf- und Abbau (in dem Fall Letzterem) zuzuführen. Sie erkennen schwache und bereits kranke Pflanzen als optimale Nahrung und vermehren sich entsprechend stark, um sie zeitnah zu eliminieren.

EM verhindert Fäulnis. Unmittelbar zum Beispiel durch die enthalte Milchsäure und in zweiter Instanz durch die Verdrängung negativer Keime durch rein Positive – auf der Pflanze und im Boden. EM-gepflegte Flächen sind daher geprägt von aufbauenden Prozessen statt abbauender Fäulnis, die anziehend auf Schnecken, insbesondere Nacktschnecken, wirkt. Darüber hinaus reduzieren einige im und auf dem Boden lebende Insekten die Anzahl der Schnecken-Eigelege, vorausgesetzt, diese Nützlinge sind aufgrund einer naturnahen Pflegestrategie vorhanden.

Stechende und saugende Insekten

Beide vermehren sich in einem Bestand vornehmlich, wenn die äußeren Bedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftbewegung stimmen und die Signale der Pflanze ihre Vermehrung gleichermaßen fördern.

Ist der Boden, in der die Kulturpflanze wurzelt, ok (wir bezeichnen den Boden gerne als Darm der Pflanze), dann wird sie sich so vital entwickeln, dass sie Schädlingen per se erstmal keine Anhaltspunkte liefert, sich auf ihr niederzulassen. Denn – hier gilt das oben beschriebene Prinzip der Schnecke – Schädlinge haben in der Natur die Aufgabe, schwache Organismen schnell wieder dem Kreislauf der Natur zuzuführen. Das ist bei einer starken Pflanze nicht nötig!

Darüber hinaus erkennen Nützlinge auf einer starken Pflanze einen guten Lebensraum für sich, was hilft, eine übermäßige Vermehrung von Schädlingen zu verhindern.

Um die Vitalität der Pflanze über den Boden hinaus auch äußerlich zu stärken, um Nützlinge zu fördern und Schädlinge zu vergrämen, ist die Anwendung von EMIKO® PflanzenFit eine natürliche präventive, aber auch Akutmaßnahme.

Schädlinge und Nützlinge im Boden

Nematoden, Drahtwürmer oder verschiedene Käfer-Larvenstadien bereiten insbesondere im Anbau von Hackfrüchten vielen Landwirten Kopfzerbrechen. Wirtschaftliche Interessen begünstigen die Entscheidung zu engen Fruchtfolgen und ermöglichen kulturspezifischen Schädlingen, sich stark zu vermehren, ohne dass es bisher befriedigende Pflanzenschutz-Lösungen gibt. Ein kurzfristig gedachtes System also, das nicht nachhaltig funktioniert.

Der folgende Absatz gibt Aufschluss darüber, warum es auch im Boden ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen geben kann.

Warum gibt es auf EM-Flächen ausreichend Nützlinge?

Funktionierende natürliche Kreisläufe ermöglichen keiner Spezies eine übermäßige Vermehrung. Konkurrierende Arten, Fressfeinde oder parasitierende Arten, die wir als Nützlinge schätzen, sind auch an Ort und Stelle und dämmen so automatisch die Vermehrung der schädigenden Art ein.

Schadschwellen, die eine schützende chemische Maßnahme nach sich ziehen würden, werden immer seltener überschritten. Und nicht nur das: Wer auf den Einsatz chemischer Maßnahmen verzichten kann, stärkt gleichzeitig die nützlichen Populationen, die infolge einer regulierenden Schädlingsbekämpfung ebenfalls aus dem Gleichgewicht kämen.

Auch der Boden spielt in dieser Hinsicht als Brutstätte oder Lebensraum von Nützlingen eine Rolle: Laufen Auf- und Abbauprozesse im Boden regelmäßig ab, werden sie nicht gestört durch fäulnisreiche Wirtschaftsdünger, zu schnelle pH-Wert-Änderungen oder auf Lebewesen ätzend wirkende Inhaltsstoffe in mineralischen Düngern oder Pflanzenschutzmitteln, dann entwickeln sich auch Stadien von Nützlingen so, dass sie sich mit schädigenden Organismen die Waage halten können.

Mit EM greife ich doch in die Natur ein!?

Richtig. Und gut so. Denn ohne in die Natur einzugreifen, wäre der Anbau von Feldfrüchten, Obst oder Wein ja auch gar nicht möglich. Wir haben also bereits viel früher in die Natur eingreifen müssen, um Erträge in nennenswerter Größe erreichen zu können.

Faktisch gibt es viele Flächen, auf denen die zunächst noch funktionierenden Kreisläufe irgendwann überfordert waren. Sie kamen aus dem Takt und sind/waren nur noch mit erhöhtem Aufwand (Düngung, Pflanzenschutz) ausreichend ertragsfähig. Ein Zustand, der im Hinblick auf die Zukunft des Betriebes, auf nachfolgende Generationen und auch im Hinblick auf bereits jetzt greifende staatliche Reglements zunehmend Probleme bereitet und nicht mehr nachhaltig ist.

Daher ist EM eine sehr gute Möglichkeit, die Natur auf mikrobieller Ebene so zu unterstützen, dass natürliche Kreisläufe wieder geschlossen werden können. EM trägt zur Renaturierung bei, statt weiter zu denaturieren. Eine Ebene, auf der es also Sinn macht, als Mensch in die Natur einzugreifen. Weil es mit EM schneller geht und die Flächen der Nutzung ja nicht entzogen werden sollen.

Fazit

Einen funktionierenden Kreislauf natürlicher Prozesse im Boden und auf Pflanzen herzustellen, das ist ergänzend zu anderen natürlichen Maßnahmen ein langfristiges Ziel der EM-Anwendung im Acker-, Gemüse-, Obst- oder Weinbau. Die Folgen sind ein jährlich stabiler werdendes Gleichgewicht aus Schädlingen und Nützlingen, weitaus seltener erreichte Schadschwellen, die den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmaßnahmen erfordern, belastbare Böden und daraus resultierend eine zukunftsweisende, nachhaltige Möglichkeit der Landbewirtschaftung.

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